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Getestet: Fujifilm Fotobuch brillant

Bereits seit November 2008 bietet Fujifilm das "Fotobuch brillant auf echtem Fotopapier" an, und wirbt mit: "strahlende Farben, optimale Detailwiedergabe und herausragende Qualität". Nun liegt in der Redaktion das erste selbst erstellte Buch dieser Art vor. Wurde mit Spannung und großer Vorfreude erwartet - und ist eine echte Enttäuschung.

Von strahlenden Farben kann keine Rede sein - alle verwendeten Bilder wurden vorher als normale Fotoabzüge bestellt und waren den Erwartungen entsprechend gut. Im vorliegenden Buch haben die Bilder damit keine Ähnlichkeit mehr. Alle Bilder sind extrem verdunkelt, aus strahlendem Türkis ist Dunkel-Graublau geworden, aus einem leuchtenden Oliv ein dunkles Flaschengrün. In den Daten weiße Bildbereiche sind jetzt hellgrau, erstaunlicherweise nicht auf allen Buchseiten gleichmäßig.

Offensichtlich findet also mit den Kunden-Bilddaten während des Bestellvorganges eine gravierende Veränderung statt. Bei anderen Fotoservice-Anbietern und Fotoabzügen auch als "automatische Bildverbesserung" (haha) bekannt, oder als "Zwangsoptimierung" thematisiert. Nirgendwo auf den betreffenden Webseiten zu den Fujifilm-Fotobüchern oder in der Fuji Bestellsoftware gibt es jedoch darüber einen Hinweis, noch fand ich eine Möglichkeit, das während der Bestellung abzuwählen.

Optimale Detailwiedergabe kann bestätigt werden: das in manchen Bildbereichen leider unvermeidliche Pixelrauschen ist gut herausgearbeitet worden.

Herausragende Qualität ist Ansichtssache. Von den bisher getesteten 'nur gedruckten' Fotobüchern anderer Anbieter hebt sich die Bildqualität jedenfalls deutlich ab, wenn auch in negativer Hinsicht.

http://www.fujidirekt.de

Weitere Details:
Für die Buchseiten wurde satiniertes Fotopapier verwendet. Diese leicht körnige Oberfläche muss man eben mögen. Auf den Internetseiten oder in der Bestellsoftware wird das nicht erwähnt - hier steht als Materialangabe lediglich "Fujifilm Fotopapier" - es bleibt eine Überraschung. Eine Auswahl zwischen den Oberflächenarten matt, glanz oder satiniert ist also dementsprechend nicht möglich.

Die buchbinderische Verarbeitung dagegen macht tatsächlich einen hervorragenden Eindruck. Vermutlich wird das Problem der Fotopapier-Rückseiten so gelöst, dass zwei Lagen Fotopapier mit den Rückseiten aufeinander kaschiert werden, diesbezüglich ist die Verarbeitung jedenfalls so hochwertig, dass das nicht genauer festellbar ist. So entsteht der Eindruck von Seiten aus einem extrem steifen Karton, beim "Anschnipsen" der Seitenecken ergibt sich ein tiefer guter Klang. Das Buch bleibt aufgeschlagen glatt liegen. Die Hardcover-Buchdeckel sind mit bedrucktem hochglänzendem glatten Papier sauber bezogen. Beim Hantieren mit dem Buch gibt es auffällige Knack- und Knistergeräusche, es zeigen sich jedoch auch bei leichter Gewaltanwendung keine Auflösungserscheinungen.

Sehr unbefriedigend ist der Umgang mit den Maßen und der Passgenauigkeit. Das Buchformat wird mit 285 x 195 mm angegeben, diese Angaben treffen auf das Außenmaß des vorliegenden Buches zu.
Wer eine ganzseitige Titelgestaltung für den Umschlag gewählt hatte, wird vom Foto an den drei Außenseiten einen starken Verlust vom Bildmotiv feststellen (mindestens 1,5 cm). Links am Bund ist dafür ein 5 mm breiter weißer Streifen, und der bei der Datenvorbereitung exakt in der Mitte ausgerichtete Schriftzug steht jetzt ca. 1,5 cm nach rechts und unten versetzt. Das sieht nicht gut aus. In der "Bearbeiten-" und "Vorschau-" Darstellung der Bestellsoftware war davon nichts zu sehen.
Das Format der Innenseiten beim fertigen Buch beträgt 27,9 x 18,8 cm. Für einen ganzseitigen Druck (nach den Angaben 285 x 195 mm) exakt vorbereitete Bilddaten passen also nicht bei der Wahl eines ganzseitigen Seitenlayouts, die Daten wurden in der Seitenhöhe eingepasst, rechts und links entstand je ein 5 mm breiter weißer Rand an den Buchseiten. Das sieht ganz blöd aus.
In der Bestellsoftware wird man auf diese Problematik nicht vorbereitet: Die "Bearbeiten-" und "Vorschau-" Darstellung auf dem Bildschirm ist zu ungenau, um so etwas vor der Bestellung zu erkennen, während des Bearbeitens gibt es zwar eine Art mitlaufender Maßangaben, die passen jedoch nicht zu den tatsächlichen Buchmaßen und sind keine Hilfe. In den Erläuterungstexten oder Hilfeseiten finden sich die Themen Maße und Passgenauigkeit nicht.

Die Lieferzeit war hervorragend, bestellt wurde am 04.03.2009 um 17 Uhr, das fertige Produkt war am 07.03.2009 im Briefkasten. Das Buch ist sehr gut verpackt, erst in einer Schaumpolster-Tüte, dann in einem stabilen Papp-Umschlag. Kommt mit der Deutschen Post, frankiert mit 2,20 Euro (normaler Maxibrief). Die 'Bearbeitungsgebühr Mailorder' (1,99) und die Portokosten (2,99) dafür werden zusammen mit 4,98 Euro berechnet.

Bestellt wurde das Fotobuch brillant mit 24 Seiten (24,95). Insgesamt hat dieser Versuch 29,93 Euro gekostet. Mal abgesehen von dem Wochenende gründlicher Vorbereitung und liebevoller Bildbearbeitung. Sicher sind das für manchen Peanuts, mir tut es weh.

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Die in der Pressemeldung (photokina und Nov. 2008) zum "Fotobuch auf echtem Fotopapier" erwähnte Zielgruppe der anspruchsvollen Kunden, die Ihre Bilder aufwendig bearbeiten und ein Buch präsentieren wollen, welches eine hochwertigere Anmutung hat als die gedruckten Fotobücher, seien also hiermit ausdrücklich gewarnt.

Bei zwei Testbestellungen von normalen gedruckten Fotobüchern im März letzten Jahres (bestellt wurde damals über Mediamarkt Online-Bilderservice, gefertigt wurde bei Eurocolor Rostock Photogroßlabor) wurde hinsichtlich Farbe, Bildhelligkeit und Passgenauigkeit genau das Selbe beobachtet, wie hier oben beschrieben. Bestellsoftware und Datenverarbeitung bei Fujifilm unterscheiden nicht zwischen "Brillant-" und Normal-Fotobüchern.

Irene Walz
09.03.2009

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Von unserem Leser Michael
(aus der image-service.de - Leserdiskussion)
gibt es einen Beitrag zum Thema: Fujifilm-Fotobuch-brillant

Es sei ausdrücklich davor gewarnt das Fuji Fotobuch Brillant im professionellen Umfeld einzusetzen!
Man kann zwar in der Bestellsoftware die automatische Bildverbesserung deaktivieren, sofern man die versteckte Funktion findet. Das schützt jedoch nicht vor der Zwangs-Nachschärfung aller Bilder, die bei bereits optimal geschärften Bildern dann zu einer totalen Überschärfung führt und somit das ganze Bild durch hässliche Schärfekanten zerstört.
Auch der Kundendienst von Fuji äußerte sich in die Richtung, dass das Schärfen nicht zu deaktivieren ist, und die Hauptzielgruppe Amateurfotografen sind.

FAZIT: NIX FÜR PROFIS.
21.09.2009


(9.3.09)
 
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